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Demenz: Vorsicht bei Versicherungen

Demenz: Betroffene und Angehörige stellt eine solche Krankheit vor große Belastungen. Im Laufe der Zeit verliert der Patient immer mehr die Kontrolle. Das hat nicht nur Auswirkungen auf die Persönlichkeit, sondern auch auf den Versicherungsschutz. Policen sollten daher möglichst rasch überprüft werden.

 

Sind Demenz-Patienten in der Haftpflichtversicherung noch versichert?

Man hört immer wieder, dass Haftpflichtversicherer nicht zahlen, wenn ein Demenz-Patient einen Schaden anrichtet. Stimmt das?

 

Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums gibt es derzeit in Deutschland 1,3 Millionen Betroffene, bis zum Jahr 2050 werden aufgrund der zunehmenden Alterung 2,6 Millionen erwartet.

Demenz-Patienten werden zunehmend vergesslich, unkonzentriert und verlieren die Orientierung. Je mehr die Krankheit fortschreitet, desto größer werden die Gefahren - für den Betroffenen selbst wie für seine Mitmenschen. Versicherungsschutz hilft zumindest die finanziellen Folgen aufzufangen.

Im Demenz-Zustand können erhebliche Schäden verursacht werden.

 

Privat-Haftpflichtversicherung: Wenn ein Demenz-Patient beispielsweise orientierungslos über die Straße läuft und einen Unfall verursacht, wäre der Schaden beträchtlich. Eine Privat-Haftpflichtversicherung bietet grundsätzlich für solche Fälle Versicherungsschutz.

 

Woher kommt die häufig gehörte Behauptung, bei Demenz könnten Privat-Haftpflichtversicherer die Zahlung verweigern?

Wann haftet ein Demenz-Patient nicht?

 

Möglich ist das durchaus, der Grund liegt aber in den gesetzlichen Vorgaben: War ein Demenz-Patient"deliktunfähig", haftet er nicht. Das kann passieren, wenn jemand für einen Moment oder dauerhaft vollkommen verwirrt war und gar nicht mehr wusste, was er tat. Es ist dann ähnlich wie bei Kindern unter sieben Jahren: Es besteht kein gesetzlicher Anspruch auf Schadenersatz, deshalb muss auch die private Haftpflichtversicherung nicht dafür aufkommen. Denn versichert ist grundsätzlich nur das, wofür man per Gesetz haftbar gemacht werden kann.

 

Eine Demenz-Erkrankung muss bei einem bestehenden Vertrag weder gemeldet werden noch kann das Unternehmen deswegen kündigen. Nach einem Schadensfall besteht indes für beide Vertragspartner ein Kündigungsrecht.

Soll eine Privat-Haftpflichtversicherung neu abgeschlossen werden, müsste eine Frage im Antrag nach einer Demenz-Erkrankung zutreffend beantwortet werden - ansonsten kann der Versicherungsschutz tatsächlich in Gefahr geraten.

 

Die Lösung: Bei neueren Haftpflicht-Policen ist es möglich, den Schutz nicht nur auf deliktunfähige Kinder, sondern auf alle deliktunfähige versicherte Personen zu erweitern. Per Gesetz besteht zwar weiterhin kein Schadenersatzanspruch – der Demenz-Patient könnte aber seine Versicherung beauftragen, den angerichteten Schaden bei Deliktunfähigkeit trotzdem zu regulieren.

 

Kfz-Haftpflichtversicherung: Sollte ein Demenz-Patient mit seinem Auto einen Schaden anrichten, so wird das Opfer immer entschädigt. Das ist die Folge des strengen Pflichtversicherungsgesetzes. Ob der Autofahrer möglicherweise deliktunfähig war, spielt keine Rolle. Der Versicherungsschutz für Opfer im Straßenverkehr ist gewährleistet.

 

Unser Tipp: Vereinbaren Sie einen Gesprächstermin zur Überprüfung Ihrer Versicherungen.

 


14.05.17